Autor

Ich habe schon im Alter von 14 Jahren begonnen kleinere Geschichten zu schreiben. Meine Kurzgeschichten und Romane beschäftigen sich mit verschiedenen Themen und Gedanken.

Hier einige Auszüge:

Komplette Kurzgeschichte:

Schneetreiben

Ich lief durch die Straßen. Der kalte Wind blies in meine Jacke und fuhr in mein Gesicht. Ich wollte eine Besorgung machen und danach schnellstens nach Hause. Der Himmel war düster, Schneeflocken fielen auf die nasse Straße. Die Leute hasteten an mir vorbei. Mein Blick wanderte den Gehweg entlang und blieb an einer Gestalt hängen. Sie saß ganz in der Nähe des Supermarkts auf dem Bürgersteig. Allein. Ich kam näher heran. Die Gestalt trug trotz der Kälte nur einen alten Pullover und eine Hose, die an mehreren Stellen aufgerissen war. Erst hielt ich die Gestalt für einen Mann, dann bemerkte ich, dass es ein Mädchen war, kaum älter als Fünfzehn. Ihr verfilztes, schmutziges Haar zog sich in dunklen Strähnen über ihre Schultern. Langsam ging ich an ihr vorüber und erblickte die Narben in ihrem Gesicht. Ich zuckte zusammen und ging schnell weiter. Ich widerstand der Versuchung mich umzudrehen und ging schnell in den Laden. Drinnen konnte ich meine Gedanken an das Mädchen einfach nicht verdrängen. Meine Phantasie machte sich selbstständig. Die Narben des Mädchens verschwanden und sie hob den Kopf. Dunkle, grüne Augen mit braunen Sprenkeln, die mehr gesehen hatten, als sie sehen wollten, richteten ihren Blick auf mich. Ich versetzte mich in die Lage des Mädchens. In ihrem dünnen Pullover musste sie entsetzlich frieren. Was sie wohl heute Nacht machte? Sie sah nicht so aus, als ob sie einen Platz zum Schlafen besaß. Obdachlos. Das Wort jagte durch meinen Kopf wie ein Gespenst. Ich griff ins Regal und zog die Zeitschrift, die ich kaufen wollte, hervor. Da hatte ich eine Idee. Ich kaufte zwei Schachteln Kekse und erstand an einem alten Automaten einen heißen Kaffee in einem Plastikbecher. Damit ausgestattet trat ich aus dem Laden in die Kälte. Ich kniff die Augen zusammen und lief durch das Schneetreiben. Da vorne hatte sie gesessen. Ich stutzte. Als ich näher kam, sah ich nur den Gehweg. Das Mädchen war verschwunden.
Lennart Sauter

Auszug aus "The dark Galaxy"

2517 nach Christus

Mars-System

Mars

„Haltestelle vier. Bitte aussteigen.“, sagte die KI. Die Crew verließ das Shuttle und atmete die frische Marsluft ein. Dann sahen sie sich nach dem Empfangskomitee um. Ein Kona, ein Außerirdischer, der einem Grizzly ähnelte, aber mehr Verstand und einen langen pelzigen Schwanz besaß, stritt lautstark mit dem Zoll, in seiner eigenen, brüllenden Sprache. Vermutlich durfte er seinen Langbogen oder die gezackte Klinge aus Eraphyl, einem Stoff ähnlich wie Stahl, nicht behalten. Der Bogen und die Klinge waren jedoch die Stammwaffen eines Konas. An Haltestelle 5 stiegen gerade ein paar Kampfroboter der EMV in ein Shuttle, begleitet von zwei Polizisten. „Zum Glück haben wir unsere Roboter im Schiff gelassen!“, meinte Karn und deutete auf drei Setis, die versuchten den Polizisten einen der Kampfroboter abzukaufen. Doch die weißen, speziell gepanzerten und hochintelligenten EMV-Kampfroboter  waren unverkäuflich. Und dann erblickte Mellie, die von Kopf bis Fuß in Verbandszeug gewickelt worden war, sie. Als sie die Halle, in der die Shuttlestationen untergebracht worden waren, betraten, wurde es schlagartig still. Selbst der Kona hörte mit seinem Geschrei auf. Vier Gestalten waren es, die nun in der Halle standen. Sie trugen schwere Blastergewehre auf dem Rücken. Ihre Kleidung war blutrot und ihr Kopf war durch eine Maske in Form eines Adlers verdeckt. Und durch die Schlitze der Maske sahen sie sich nun um. Adlerkrieger. Die Wachen des weisen Rates der EMV. Sie verließen das Ratsgebäude äußerst selten. Als die vier nun die Halle durchquerten, wichen die Leute zurück. Man hatte schon viel Gutes von ihren Taten gehört, doch es waren so mächtige Kämpfer, dass man sie besser nicht verärgerte. Mit raschen Schritten gingen sie auf die Crew der Malabos zu. Sogar Hardtonk wich zurück. Trotz seines Alters hatte er noch nie einen Adlerkrieger aus solcher Nähe gesehen. Nun begann der vorderste von ihnen zu sprechen: „Captain Hardtonk, nehme ich an. Ist das Ihre Crew?“ Hardtonk nickte. Automatisch rutschte seine Hand zur Blasterpistole an seinem Gürtel. Der Krieger verfolgte seine Bewegung mit den Augen. Man hatte den Eindruck, als würde er lächeln, was man aber wegen der Maske nicht sah. „Ihr werdet eure Waffe nicht benötigen!“, meinte er spöttisch. Hardtonk erwiderte seinen Blick und antwortete: „Das, Herr Adlerkrieger, kann man nie wissen.“ Bei diesen Worten umklammerte er seine Waffe noch fester. „Wie Sie meinen.“, sagte der Krieger. „Ich bitte Sie auch nur mir zu folgen.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und verließ mit den anderen Kämpfern die Halle. Die Crew folgte ihnen. Draußen erwarteten sie zwei Taxis. Die Adlerkrieger stiegen in das erste, die Crew in das zweite. Nach kurzer Fahrt erreichten sie das kuppelförmige, marsfarbene Ratsgebäude, das nur selten normale Bürger betraten. Vor dem Gebäude wachten neben zehn Adlerkriegern auch noch zwanzig EMV-Kampfroboter und zwei Nordic-Mords. Diese gepanzerten Außerirdischen sahen sehr eindrucksvoll aus: sie gingen auf zwölf Beinen und hatten eine Art Fell aus Stacheldornen. Sie besaßen weder Nase noch Mund oder Augen. Alles bis auf ihre Arme war mit dem Spezialfell überzogen. Ihre Nahrung nahmen sie durch die schwertförmigen Hände auf. Wie und was sie wahrnahmen, wusste niemand genau. Sie sprachen wie viele Außerirdische per Gedankensprache. Man hörte ihre Stimme im eigenen Kopf. Auch die Arme waren erwähnenswert, denn sie waren aus Stahl und undurchdringlich. Die Nordic-Mords wurden ihrem Namen gerecht: Sie ermordeten alles, was ihnen in die Quere kam und feindlich war, wobei ihre Art zu töten grauenvoll war. Sie schlugen ihre Hände in die Opfer und fraßen sie von innen her auf, eine Erfahrung, die Sharon noch in lebhafter Erinnerung hatte. Schneller als alle anderen ging sie an den beiden vorüber. Nun betrat die Crew den großen Kuppelraum. Sie standen im Gras. Bäume, alt und ehrwürdig, mitgebracht von der Erde, standen dort. Und der weise Rat der EMV saß an einem klaren, blauen See. Der Rat! Sechzehn Mitglieder aus allen Teilen des Universums, darunter vier Menschen. Die Nordic-Mords und die Konas hatten je zwei Weise im Rat. Ebenso die Wetschuka-Molinas, echsenartige, auf zwei Beinen gehende Wesen, die das Wetschuka-System bewohnten. Ihr ganzer Stolz und ihre einzige Waffe waren zwei Schwänze, die sie als Keulen benutzten. Die Handelsgilde, die das Frachtermonopol der EMV besaß, hatte drei Mitglieder im Rat. Alle Leute der Handelsgilde waren eine Art blaue Elefanten, die zwei Arme und zwei Beine hatten, aufrecht gingen und nur circa einen Meter groß waren. Sie besaßen auch keine Stoßzähne. Hardtonk hatte sich schon immer gewundert, dass sie in der Lage waren, ein Raumschiff zu bedienen. Die restlichen drei Mitglieder setzten sich aus zwei Rassen zusammen: einem Seti, dessen Rasse sich auf alles Technische verstand, und permanent Roboter, Raumschiffe, Gleiter, ja sogar Blaster und technomatische Bomben an- und verkaufte. Die andere Rasse nannte man schlicht Cat. In ihrer eigenen Sprache hießen sie Krzorlswangrecks. Sie sahen aus wie eine Mischung aus Fuchs und Tiger. Sie hatten acht grüne Augen, die um den ganzen Kopf verteilt waren, so dass sie genau sahen, was gerade in dem großen Raum geschah. Sie unterhielten sich genau wie die Nordic-Mords, die Wetschuka-Molinas und die Setis in Gedankensprache. „Ich bringe die Crew der Malabos.“, meldete der Adlerkrieger. „Ah ja! Tretet doch näher!“, sagte ein älterer Mann. Sharon sah Hardtonk an. Etwas bleich, sonst aber durchaus imposant in seiner schwarzen Jacke. Die grauen Augen blickten rasch umher. Wachsam. Sharon senkte den Blick auf ihre blauen Arbeitsschuhe. Sie wirkten irgendwie unangebracht. Sie schielte zu Mellie. Die trug dieselben nur in rot. Purpurrot. Sharon hob den Kopf und sah den hohen Rat in den langen feierlichen Gewändern an. Hardtonk kannte niemanden im Rat. Er wusste keine Namen, doch er ging zu der Gruppe, die am See stand und ihn beobachtete. Die beiden Cats unterhielten sich offensichtlich in privater Gedankensprache, er konnte sie also nicht hören. Unsicher stand die Crew vor den Weisen. Karn verbeugte sich, was die drei von der Handelsgilde zu kicherndem Trompeten veranlasste. <Schon gut. Ich sehe, ihr fühlt euch hier nicht so wohl!>, sagte der Seti in allgemeiner Gedankensprache, die jeder mithören konnte. Verlegen nickte die Crew. „Dann kommen wir gleich zur Sache.“, sagte der alte Mann, der zuerst gesprochen hatte. „Berichtet uns über euren ganzen Flug. Lasst nichts aus oder weg. Eure Fragen werden später beantwortet.“, trompetete einer der Handelsgilde.


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